In der heutigen Sündflut von Papier denkt man mit Wehmut, wie klar bedruckt damals das Buch war, auf solidem weißem Blatt, der Rücken ledern, die Deckel bräunlich maseriert wie altes poliertes Eichenholz oder gesprenkelt wie geschliffener Marmor. Diese Deckel wogen schwer und bogen sich in keiner Sonne. Gingen sie bei einem Werke groß und wuchtig auf, so war das ähnlich, als drehten sich die Nussbaumflügel eines Portals in den Angeln und als träte man in ein von Wundern gefülltes Heiligtum oder in einen tiefen, vornehmen vom Gassenlärm abgesperrten Garten.

Heinrich Federer (1866-1928), Jugenderinnerungen (1927)

In der heutigen Sündflut von Papier …